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Abenteuer Rallye-Blog Europe-Africa Rodeo: Anreise 

Mit der Fähre von Italien aus oder mit dem Kfz auf der Straße über Gibraltar? 

Wir haben gesehen, dass einige noch nicht wissen ob sie lieber mit der Fähre von Italien oder am Landweg via Gibraltar zum Treffpunkt nach Tanger aufbrechen sollen.
Hier ein paar Tipps, Gedanken und Berechnungen. Was wir hier vergleichen wollen, sind die Kosten, der Komfort und die Zeit.

Basis für die Berechnung

Wir vergleichen hier 3 Varianten und versuchen damit, den für euch besten Weg der Anreise zu planen.
Start: München / Ziel: Tanger

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Es werden ein Golf Diesel mit 5 Liter Verbrauch, ein Fiat Panda mit 10 Liter Benzin (beide mit 2 Personen) auf 100km und eine Yamaha Tenere 600 mit 6 Liter Verbrauch (1 Person) verglichen. Die berechnete Strecke bezieht sich auf einen Startpunkt in München und das Ziel in Tanger (hin und retour), wo wir den Start der Rallye haben.

Wenn du es genauer wissen möchtest, dann öffne weiter unten Details und Entscheidungshilfe - diesen Teil haben wir als "kompliziert" eingestuft und deswegen unten angehängt.

Eigenerfahrung

Auch 2008 war ein Krisenjahr und ich hatte noch einen normalen Beruf in der Automobilindustrie. Wir haben unsere Mannschaft dann 2009 von 2.300 auf 65 reduziert. Da ich den Plan kannte, habe ich eine Reise nach Kapstadt geplant und nur noch auf den „golden handshake“ gewartet.
Aber es kam anders.
Als mich die Geschäftsführung zu einem Gespräch eingeladen hat, war ich im Kopf bereits beim Packen. Mir wurde in der Besprechung allerdings nur nahegelegt meinen 2 Wochen Resturlaub aufzubrauchen. Im April. Dafür würde ich Teil der 65 werden. Darauf war ich nicht vorbereitet. Statt der – von der Geschäftsführung - erwarteten Freude, haben sich meine Mundwinkel nach unten gezogen. Darauf war ich nun nicht vorbereitet!
Es folgten Verhandlungen, mit dem Ergebnis, dass ich meinen gesamten Urlaub von über 6 Wochen auf einmal nehme.
Zurück in meinem Büro hab ich mir einmal die Weltkarte angesehen. Was zum Teufel mach ich nun 6 Wochen lang. Dazu kam ja noch, dass mein Defender fix und fertig für Afrika in der Garage stand.
Am selben Abend – es war ein Mittwoch – gab es zu Hause Lagebesprechung. Meine Freundin hat bereits Urlaub beantragt und genehmigt bekommen. Auch Automobilindustrie.
Was spricht der Globus? Marokko? Marokko!
Der Donnerstagabend blieb zum Packen der Sporttaschen (es musste nur noch die Kleidung gepackt werden) und am Freitag ging es gleich nach dem Büro los. Wir wollten die Fähre in Genua erreichen und dazu mussten wir uns sputen.
9h später standen wir am Ticketschalter im Hafen von Genua. Dort hat man uns milde belächelt. „Ferryticket to Morocco? No chance“. Nun gut. Rotwein, Weißbrot, Parmesan und Prosciutto eingekauft und ab nach Barcelona. Essen im Auto um nur keine Zeit zu verlieren.
Die Militärreifen auf dem Landrover haben sich erst einmal nicht bewährt. Ab einer Geschwindigkeit von ca. 40km/h ist eine Unterhaltung unmöglich. Die durchschnittlichen 110 auf der Autobahn ließen die Landschaft auch nicht gerade vorbeifliegen. Cafe au lait und ein Croissant war so ziemlich alles, was wir kulinarisch auf Frankreichs Autobahnen mitbekommen habe.
Barcelona war erreicht. Das einzige was sich zum Ticketschalter in Italien unterschieden hat, war das noch unverständlichere Englisch als man uns ausgelacht hat.
Nun hatten wir zumindest keinen Zeitdruck mehr. Frustriert haben wir an einem Strand in Spanien ein Flasche Wein zur Paella bestellt um danach für ein paar Stunden am Strand zu schlafen.
Irgendwann mitten in der Nacht dann in Tarifa angekommen, waren wir ein wenig ausgelaugt von den knapp 3.000km.
Einige Dinge waren auf dieser Anreise nicht optimal. Ob die Reifen oder der Motor das lautere war, wissen wir nicht. Ob die Vibrationen vom gepimpten Fahrwerk, den grobstolligen Reifen oder aus einer Mischung von beiden entstanden, wissen wir auch nicht.

Wir sind fast die gesamte Strecke durchgefahren und hätte nicht die Lautstärke im Defender für Sprachlosigkeit gesorgt, dann wäre es der Umstand gewesen, dass meist einer gefahren ist, während der andere mit Ohrstöpsel daneben geschlafen hat.

Es war schon eine gute Erfahrung und ich fahre viel, oft und gerne lange Strecken. Aber von da an, habe ich dann doch immer die Fähren bevorzugt. Was anderes ist es natürlich, wenn man viel Zeit hat. Aber ich habe es dann doch vorgezogen, so viel Zeit wie nur möglich in Marokko zu verbringen.

P.S.: 3 Tage nachdem wir in Marokko angekommen sind und kurz vor der Wüste in Merzouga waren, wurde unsere Reise gestoppt. Die Transportgewerkschaft hat gestreikt. Kein Treibstoff an den Zapfsäulen. Touristen sind zwar noch zum Flughafen gebracht worden, aber keine neuen mehr in den Süden. Die Enttäuschung hielt sich jedoch in Grenzen. Wir hatten einige Tage ohne jeglichen Tourismus. Während meine Freundin mit einer in Marokko lebenden Schweizerin, in die Frauenrituale eingeführt wurde (Frauen-Hamam), hab ich mich mit ihrem Koch auf den Weg zum Markt gemacht.

 

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