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F#ck Corona

Nun hat es uns erwischt… Game Over! Tilt!

Wir haben uns bis zum Schluss an die Hoffnung geklammert, wenigsten eine Pothole Runde in den Balkan starten zu können. Auf Burek am Morgen und ein Lasko Pivo mit Cevapcici am Abend. Auf eine Abkühlung im Meer in der Mittagshitze und auf Benzingespräche am Abend.

Auch wenn wir keine gesetzliche Verantwortung für unsere Teilnehmer haben, so haben wir doch eine moralische und diese nehmen wir sehr ernst!

Es ist nicht ganz einfach sich durch die Fülle an Informationen zu arbeiten, um eine klare Aussage zu erhalten. Es gibt viele und gute Medienberichte, sehr oft aber werden hier Mutmaßungen, persönliche Meinungen und öffentliche Interessen sehr subjektiv wiedergegeben oder dargestellt.

Wir haben uns dazu entschlossen einzig auf die Informationen und Regelungen der Regierungen (vorwiegend Österreich und Deutschland) zu verlassen, da diese - wenn auch ab und an nicht leicht verständlich - die einzig gültigen und zuverlässigen Quellen sind, da sie die gesetzliche Situation wiederspiegeln und frei von subjektivität sind.

Deswegen hier der Versuch einer Kurzzusammenfassung:

Deutschland

Hier hat sich mit 15. Juni einiges gelockert und viele Reisewarnungen sind entfallen. Trotzdem ist es so, dass für 5 Länder die wir bereisen wollten, eine aufrechte Reisewarnung besteht. 

Information vom Auswärtigen Amt: Covid-19-Reisewarnung für nicht notwendige, touristische Reisen wird derzeit gewarnt. Dies gilt vorerst bis einschließlich 31. August 2020. Eine vorzeitige Aufhebung ist bei positiver Pandemieentwicklung, einem stabilen Gesundheitssystem, stimmigen Sicherheitsmaßnahmen für den Tourismus und verlässlichen Hin- und auch Rückreisemöglichkeiten möglich und wird im Einzelfall gesondert bekannt gegeben.

Ähnlich wie in Österreich, sind die Länder Griechenland, Kroatien, Rumänien, Slowenien, Ungarn wieder von der Warnung ausgenommen, jedoch - anders als für österreichische Staatsbürger - gilt für Bulgarien nach wie vor eine Reisewarnung.


  Link zum Auswärtigen Amt

Österreich

Mit Ablauf des 15. Juni entfielen bei der Einreise nach Österreich Coronavirus-Tests oder Quarantänemaßnahmen für insgesamt 31 Staaten in Europa. Darunter sind Griechenland, Schweiz, Slowenien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Kroatien. Das gilt für Personen, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich oder einem dieser Staaten haben. 

Ausnahmsweise ist die Einreise auch aus anderen als den genannten Staaten ohne Einschränkung möglich, wenn sie:

  • zur Aufrechterhaltung des Güterverkehrs,
  • im Rahmen des gewerblichen Verkehrs,
  • zur Durchführung einer Repatriierungsfahrt/eines Repatriierungfluges (die Rückholaktionen von Regierungen z.B. im Zuge der COVID-19-Pandemie)
  • aus besonders berücksichigungswürdigen Gründen im familiären Kreis im Einzelfall,
  • aus zwingenden Gründen der Tierversorgung im Einzelfall,
  • im Rahmen der Durchführung einer Überstellungsfahrt/eines Überstellungsfluges, oder
  • im zwingenden Interesse der Republik erfolgt.
Da der Start in Österreich stattfindet ist auch diese Information für einige wenige Teilnehmer wichtig und würde diese ausschließen: Die Einreise von Drittstaatsangehörigen von außerhalb des EU- und Schengenraums, abgesehen von den oben angeführten Regelungen, ist derzeit grundsätzlich nicht möglich.

  Link zum Bundesministerium

Allgemein

Wir können hier nicht auf alle Nationalitäten unserer Teilnehmer eingehen, versuchen aber die mehrheitlich österreichischen und deutschen Potholer abzudecken.

Konsequenzen einer Durchführung

Verzögerungen und Grenzwartezeiten

Aufgrund der Informationen die uns am 18. Juni zur Verfügung gestanden sind, möchten wir euch an zwei Beispielen zeigen, welche Auswirkungen die Grenzsituationen haben:

Beispiel 1
Bulgarien - Griechenland: Die Grenzwartezeiten eines unserer Kontaktpersonen hat vor 1 ½ Wochen 24h gedauert. Zwar hat sich die Situation verbessert, allerdings wurde gestern ein Stau von 15km verzeichnet. 
Wenn wir 140 Potholer, Stoßstange an Stoßstange stellen, dann ergibt das eine Länge von mehr als 600m. 
Sollte wir in solch eine Situation kommen, wäre es nicht mehr möglich die Rallye in der Qualität umzusetzen, die ihr euch und wir uns wünschen.

Beispiel 2
Versuchter Grenzübertritt mit einem Motorrad am 18.06. zwischen Kroatien und Bosnien. Unsere Kontaktperson wollte über einen kleinen Grenzübergang ausweichen, da sie sich dort bessere Chancen ausrechnete. “No way!” war dort die klare Aussage. Das Glück wurde bei einem anderen Grenzübergang ein weiteres mal versucht und siehe da “Hello & welcome to Bosnia”. Sprich: Es hat den Anschein, als würde es keine klaren Richtlinien geben und wir wollen uns nicht auf unser Glück verlassen.

Im schlimmsten Fall: “es passiert etwas”

Es ist nicht die Frage ob etwas passiert, die Frage stellt sich nur wann und wo etwas passiert.

Sei es ein Unfall oder nur eine leichte Grippe: Die Folgen können in viele Richtungen schwerwiegend sein!

Bei einem weiteren Anstieg der Zahlen, ist es nicht unwahrscheinlich, dass angeforderte Hilfe länger benötigt und dass Spitalbetten belegt sind. Im Umkehrschluss wäre es unverantwortlich, wenn du versorgt wirst, aber deswegen ein an Corona erkrankter Einheimischer nicht behandelt werden kann.

Auch wenn dich nur eine leichte Grippe erwischt hat, dann kann das bei einem Grenzübertritt sehr problematisch werden. Es werden weiterhin an einigen Grenzen Temperaturmessung durchgeführt und wenn deine Temperatur erhöht ist, dann ist es das aus für dein gesamtes Team.

Als weitere Unsicherheit gilt der Versicherungsschutz. Wir haben keine klaren Aussagen erhalten nach welchen Kriterien entschieden wird, ob du für die Leistung selbst bezahlen musst oder sie durch deine Versicherung gedeckt sind.

Ein weiterer - ungeklärter - Punkt ist der arbeitsrechtliche. Derzeit streiten sich hier noch Juristen und wir bewegen uns in einem Graubereich. Einige Großkonzerne haben ihren Mitarbeitern allerdings schriftlich mitgeteilt, dass eine Corona-Erkrankung im Zuge eines Auslandsaufenthaltes in einem Gebiet in dem Reisewarnung herrscht, zur sofortigen und fristlosen Kündigung führt. Auch eine etwaige verpflichtende Heimquarantäne hätte selbiges zur Folge.

Ausbruch einer 2. Welle

Falls es eine “2. Welle” gibt, während wir unterwegs sind, dann könnte es durchaus sein, dass wir unerwartet in Quarantäne müssen. Dies hätte vermutlich nicht so rigorose Auswirkung wie oben beschrieben (höhere Gewalt), könnte jedoch trotzdem eine teure Angelegenheit werden.

Aus unserer Community bzw. aus unserem Reiseumfeld wissen wir, dass derzeit noch immer sehr viele Leute festsitzen. Was anfangs noch recht nett war, entwickelt sich zunehmend zu einem Problem. Vor allem in Bezug auf Kosten.

Die deutsche Regierung hat in einer Aussendung bereits mitgeteilt, dass es keine kostenlose “Heimholung” wie bei der ersten Welle geben wird.

Fazit

1.000 Gründe nicht zu fahren.

Die Aufzählung von Gründen, warum es sehr unvernünftig wäre die Balkan Länder zu bereisen, ließe sich hier nun noch lange fortsetzen.

Wir wissen, was es heißt , wenn man bei 40 Grad im Schatten 24 Stunden an der Grenze warten musst. Wir wissen was es heißt, wenn man sich die Grippe holt und in einem kleinen Dorf festsitzt. Wir wissen was es heisst, wenn man Sprit für 200 Kilometer im Tank hat und die nächste Tankstelle 300 Kilometer entfernt ist. Wir wurden verhaftet und bedroht, hatten Pannen weit abseits der Zivilisation und sind auch schon zwischen die Fronten geraten. Vieles war unvernünftig und einiges ungeplant. 


Wir können nach langen Studien der Situation und nach vielen Gesprächen mit unseren Kontakten vor Ort versichern:
Diese Reise anzutreten hat nichts mit Abenteuer zu tun!


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